Wirtschaft


Anfang des 16. Jahrhunderts war der Zuckerrohranbau einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren auf La Palma. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde dieser immer weniger lohnend für die Insel, da der Zucker zwischenzeitlich in Südamerika weitaus günstiger produziert wurde. Der Handel mit Amerika, der für die Insel La Palma einen enormen Reichtum gebracht hatte, war Mitte des 17. Jahrhunderts ebenfalls nahezu verebbt. Danach konzentrierte sich die Wirtschaft stärker auf den Anbau von Wein. Die unrentablen Zuckerrohrplantagen wurden in Weinfelder umgewandelt – vor allem im Süden gediehen die süßen Trauben am besten und wurden zum wichtigsten Exportgut der Insel. Gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ging die Nachfrage nach dem Wein aus La Palma stetig zurück. Danach wurde auf La Palma vorwiegend Bienenwachs, Honig, Tabak und Seide produziert. La Palma war hinsichtlich der Seidenproduktion nach kurzer Zeit führend innerhalb der Kanaren. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde aus Mexiko die Cochenille-Laus eingeführt, die einen Farbstoff in Karmesinrot lieferte. Dieser Wirtschaftszweig verlor mit der synthetischen Herstellung der Farben an Bedeutung. Daher ging die Wirtschaft gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf den Anbau von Bananen über.

Heute werden auf La Palma immer noch Bananen angebaut – neben Avocados, Zitrusfrüchten und verschiedenen Sorten Gemüse. Handwerk und Industrie sind dagegen auf La Palma sehr wenig vertreten. Neben dem Export der verschiedenen Agrarprodukte spielt mittlerweile auch der Tourismus eine wichtige Rolle als Einnahmequelle für die Palmeros.

 

Die Sektoren


Landwirtschaft


Die Landwirtschaft spielt auch heute noch eine wichtige Rolle in der Landwirtschaft von La Palma. Auch der Weinanbau hat wieder an Bedeutung gewonnen. Ein einzigartiges Bewässerungssystem macht die Landwirtschaft auf La Palma möglich. Dabei wird das Wasser aus den Bergen über Wasserleitungen und Tunnels, die zum Teil über mehrere hundert Meter durch Felsen führen, zu den landwirtschaftlich genutzten Flächen transportiert und auch in die Orte der Küstenregionen geleitet, um dort den Wasserbedarf zu decken. Durch den extrem hohen Wasserverbrauch der Landwirtschaft wird das Wasser zunehmend knapper auf der Insel, obwohl auf La Palma im Vergleich zu den anderen Kanareninseln die meisten Niederschläge fallen.
Bananen, Avocados, Gemüse, Zitrusfrüchte und auch der Wein zählen zu den wichtigsten Agrarprodukten, die exportiert werden. Dennoch überwiegen die Importe an Lebensmittel, was zu einer negativen Handelsbilanz der Insel führt.


Industrie und Handel


Diese beiden Sektoren sind auf La Palma nur in Klein- oder gar Kleinstbetrieben vertreten. Einige kleinere Betriebe zur Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte sowie einige Baufirmen und Baustoffbetriebe sind die einzigen Unternehmen in diesem Wirtschaftssektor auf La Palma. Bis vor einiger Zeit existierte noch eine Zigarettenfabrik auf der Insel, die bis Ende 2000 auch noch in großem Rahmen produzierte und für 300 Palmeros einen Arbeitsplatz bot. Die Produktion wurde zwischenzeitlich eingestellt und nach Deutschland verlagert. Die Baufirmen konnten allerdings aufgrund des immer weiter aufstrebenden Tourismus einen entsprechenden Aufschwung verzeichnen.


Tourismus


Bereits im Jahr 1890 existierten auf La Palma schon mehrere Hotels, in denen vorwiegend Engländer ihre Urlaubstage verbrachten. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts war der Tourismus auf der La Isla Bonita relativ gut ausgeprägt, danach ging es mit diesem Wirtschaftssektor bergab. In den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts war der Tourismus fast vollkommen zum Erliegen gekommen. In den folgenden 2 Jahrzehnten konnte der Tourismus auf La Palma von den Ausflüglern aus dem Massentourismus auf Teneriffa und Gran Canaria profitieren.
Seit Ende der 80er-Jahre begann der Tourismus wieder an Zuwachs zu gewinnen. Derzeit herrscht noch kein Massentourismus auf der schönen Insel – die hauptsächlichen Urlauber sind Individualtouristen, Wanderurlauber und Naturliebhaber.