Roque de los Muchachos


Der höchste Berg der Insel La Palma – Roque de los Muchachos - kann an seiner höchsten Erhebung eine Höhe von 2.426 Metern aufweisen. Die höchsten Erhebungen auf dem Gipfel des Berges wurden aus alten Vulkanschloten gebildet, die der Erosion durch Wasser und Wind trotzen konnten. Der Berg bildet den nordwestlichen Rand der Caldera de Taburiente und ist Teil des Parque Nacional de la Caldera de Taburiente. Vom Roque de los Muchachos, was etwa als „Felsen der Jünglinge“ übersetzt werden kann, können die Urlauber bis zu den Nachbarinseln El Hierro, La Gomera und Teneriffa blicken und die Aussicht über die faszinierenden Regionen von La Palma genießen.

 

Aufgrund der sehr reinen Luft auf dem höchsten Berg von La Palma wurde dort in einer Höhe zwischen 2.350 und 2.400 Metern das Roque de los Muchachos Observatorium errichtet. Das Institutsgelände umfasst mehrere Sternwarten, bei denen einige der größten Teleskope weltweit eingesetzt werden. Die verschiedenen Sternwarten wurden von mehreren Ländern gemeinsam errichtet. Anno 1979 wurde in Santa Cruz de La Palma ein Abkommen unterzeichnet, das den Ländern Spanien, Schweden, Dänemark und England auf dem Roque de los Muchachos astrophysikalische Forschungen erlaubt. Im Jahr 1983 schloss sich auch Deutschland diesem astronomischen Verbund an. Die feierliche Einweihungszeremonie des Observatorio Roque de los Muchachos fand am 29. Juni 1985 in Anwesenheit zahlreicher Wissenschaftler, des spanischen Königspaares und den Staatsoberhäuptern der Länder dieses astronomischen Verbundes statt. Gemeinsam mit dem Teide Observatorium auf der Nachbarinsel Teneriffa bildet das Observatorium auf dem höchsten Berg La Palmas das European Northern Observatory. Ausschlaggebend für die Wahl des Standpunkts des Observatoriums auf La Palma, das eines der wichtigsten Observatorien weltweit darstellt, waren die besonderen klimatischen Bedingungen. Auf dem Roque de Los Muchachos herrschen extrem viele wolkenlose Nächte. Die Wolken hängen zwar oft ab 1.000 Metern an dem Berg, aber ab 2.000 Metern über dem Meeresspiegel endet die Bewölkung. Zudem ist die Luft auf dem höchsten Berg der La Isla Bonita besonders klar. Da sich in der Nähe des Observatoriums keine großen Städte befinden, gibt es dort keine Probleme mit Streulicht und einer Abstrahlung nach oben. Um diese Situation aufrecht zu erhalten, wurde extra ein Gesetz zur Vermeidung von Lichtverschmutzung eingeführt. Dieses Gesetz ist auch der Grund für die dortigen gelben Straßenlampen.
Im Jahr 1996 folgte die Inbetriebnahme eines Detektornetzes für kosmische Strahlung.
Das Observatorium ist mit dem Auto erreichbar – dieses liegt in der Nähe der 3. Hauptstraße, die den Westen und Osten der Insel verbindet und über den höchsten Berg der Insel führt. Allerdings ist auf dieser Strecke oftmals Vorsicht geboten, da häufig mit Steinschlag gerechnet werden muss, der vor allem im Frühjahr durch das schmelzende Eis hervorgerufen wird.