Geschichte


La Palma vor Christus


Die Guanchen besiedelten La Palma vermutlich bereits um 2.000 vor Christus. Deren Vorfahren, so wird von Wissenschaftlern angenommen, sind Berber aus Nordafrika. Genetische Analysen von diversen Skelettfunden belegen diese Abstammung. Benahoare war der Name der Insel zu den Zeiten der Altkanariern. Das Leben der Guanchen erfolgte auf einer steinzeitlichen Kulturstufe. Über die steinzeitliche Kultur existieren zahlreiche Nachweise, die heutzutage zu den Attraktionen auf La Palma zählen, wie Wohnhöhlen, diverse Steinwerkzeuge, Grabstätten, und auch faszinierende, komplexe Steinritzungen, deren Bestimmung und Bedeutung noch immer exakt festgestellt werden kann. An die früheren Zeiten der Insel erinnern zahlreiche, aus Stein gepflasterte Königswege, die über die gesamte Insel verteilt sind und dadurch viele Regionen miteinander verbinden. Die ursprüngliche Kultur der Guanchen wurde nach der Eroberung durch Spanien nahezu ausgerottet, Teile der Sprache sind allerdings noch heute in der Sprache der Palmeros zu finden.
Es wird vermutet, dass bereits den phönizischen Seefahrern im Altertum die Kanaren und La Palma bekannt waren – allerdings existieren hierfür keine Nachweise.

 

Die Geschichte La Palmas nach Christus


Im 13. Jahrhundert gelangten die ersten Europäer auf La Palma. Im Jahr 1447 wurde von dem kastilischen Grafen Hernan Peraza nach der Sicherung seiner Macht auf Lanzarote, Fuerteventura und El Hierro eine Flotte mit 500 Mann, die aus 3 Schiffen bestand, nach La Palma gesandt. Bis zu diesem Zeitpunkt galt La Palma als unbezwingbare Insel. Dieser Feldzug war jedoch ebenso wenig erfolgreich, wie die vorangegangen Versuche, La Palma zu erobern. Erst im Jahr 1492 konnten die Spanier La Palma erobern – mit einer 900 Mann starken Streitmacht unter der Führung von General Alonso Fernandez de Lugo. Bis auf den Bezirk Acero, der heute als Caldera de Taburiente bekannt ist, konnten alle Regionen trotz starkem Widerstand eingenommen und entsprechend christianisiert werden. Der Herrscher der Region Acero – Tanauso – leistete immer noch Widerstand und wurde letztendlich durch einen Hinterhalt überlistet, sodass damit auch die letzte Region auf La Palma von Spanien erobert war. Als Beweis für die gelungene Eroberung der gesamten Insel schickte General de Lugo mehrere Gefangene an die kastilische Krone.

Für die Spanier stellten die Kanaren eine wichtige Station auf den Überfahrten nach Westindien dar. Kolumbus nutzte die ideale Lage der Kanaren ebenfalls auf seinen Entdeckungsfahrten - er soll allerdings nie auf La Palma gewesen sein. Zu schnellem Reichtum kamen die Eroberer der Insel La Palma nicht – denn hier gab es weder Gold, Silber noch sonstige Bodenschätze. Den einzigen Gewinn, den die Eroberer in La Palma sahen, war die Einheimischen als Sklaven zu verkaufen. Dabei widersetzten sich die Spanier sogar dem päpstlichen Erlass aus dem Jahr 1434, nach dem die Einwohner der Kanaren zu freien Leuten erklärt werden sollten. Es wird geschätzt, dass nur etwa 300 Familien der Ureinwohner La Palmas von dem Schicksal der Sklaverei verschont blieben. Ab dem Jahr 1514 waren die Palmeros den Spaniern rechtlich gleichgestellt.
Im selben Jahrhundert erlangte La Palma das Privileg neben Antwerpen und Sevilla, Handel mit Amerika zu betreiben. Dadurch folgte die Entwicklung des Hafens von Santa Cruz de La Palma zu einem der bedeutendsten Häfen des spanischen Reiches. Dies wiederum lockte im Laufe des 16. Jahrhunderts immer wieder Piraten an, die sich die Reichtümer von Santa Cruz zu Eigen machen wollten. In der Mitte des 17. Jahrhunderts kam der Handelsverkehr im zuvor wichtigsten Hafen Spaniens fast zum Erliegen. Grund dafür war ein Erlass, dass sämtliche Schiffe, die sich auf den Weg nach Amerika machen wollten, auf Teneriffa registriert werden mussten. Zwar bedeutete dies eine Wirtschaftskrise für La Palma, aber die Insel hat sich davon relativ schnell erholt und die Palmeros konzentrierten sich auf die Produktion von Zucker, Wein, Seide und Tabak.
Die Demokratisierung der Kanaren folgte nach dem Tod des Diktators Franco anno 1975 – danach fanden auf La Palma erstmals regionale Parlamentswahlen statt. Im Jahr 1982 erlangte La Palma mit den Kanarischen Inseln den Autonomiestatus.