Archäologieparks


Auf der Insel La Palma können die Besucher in zwei Archäologieparks einen Einblick in das Leben der Ureinwohner, der Guanchen, auf La Palma gewinnen. An frühere Zeiten erinnern auch die zahlreichen Königswege, die aus Stein gepflastert sind und über die gesamte Insel führen. Neben den Besichtigungen der Archäologieparks haben die Urlauber auf La Palma auf den Königswegen die Gelegenheit, auf den Spuren der Geschichte zu wandeln und dabei die herrlichen Ausblicke auf die einzigartige Landschaft der grünen Insel zu bewundern.

 

Der Archäologiepark La Zarza und La Zarcita


Erst vor wenigen Jahrzehnten wurden bei La Zarza und La Zarcita Felszeichnungen entdeckt, die als die bedeutendsten auf La Palma gelten. Eine enorme Vielfalt an Steinritzungen und geheimnisvollen Zeichen aus den Zeiten der Guanchen stellen wichtige Zeitzeugen dar. In der Region um die bedeutenden Fundstätten wurde ein kleiner Archäologiepark errichtet. Am Eingang des Parks steht den Besuchern ein Besucherzentrum zur Verfügung, das Informationen über das Leben der Ureinwohner auf La Palma anbietet. Durch Nachbildungen von den Wohnhöhlen, in denen die Guanchen gelebt hatten und mittels einigen Fundstücken, wie Werkzeugen und Keramiken konnte die Welt der Guanchen rekonstruiert und für die Nachwelt dargestellt werden. Informativ und interessant ist der Filmbeitrag, der in dem Besucherzentrum vorgeführt wird. Dieser wird auch in Deutsch ausgestrahlt. Von dem Besucherzentrum aus startet die Tour zu den berühmten Felszeichnungen – den Petroglyphen. Diese befinden sich am Ende der Schlucht von La Zarza. Für die Wanderung und ein möglichst nahes Herankommen an die Steinritzungen und Zeichen in den Felsen sollte festes Schuhwerk getragen werden. Die Felszeichnungen sind sowohl auf Felsbrocken auf dem Boden zu finden, als auch an den Felswänden der Schlucht. Dort wirken die Felszeichnungen wie eine Galerie aus vergangenen Zeiten.
Noch eindrucksvoller sind die bei La Zarcita entdeckten Felszeichnungen. Diese liegen in einem Nebental, das von La Zarza abzweigt. Hier wird vermutet, dass sich ein Quellheiligtum der Guanchen befunden hat. Die Felszeichnungen bei La Zarcita sind die einzigen figürlichen Darstellungen, die unter den Steinritzungen – Petroglyphen – auf La Palma entdeckt wurden. Unter anderem zeigen die figürlichen Darstellungen einen Aztekenkopf und die Zeichnung der so genannten Urmutter. Die Zeichnung des Aztekenkopfes gab Anlass zu zahlreichen Spekulationen und Vermutungen einer Verbindung von Mittel- und Südamerika und den Kanarischen Inseln. Die tatsächlichen Bedeutungen der zahlreichen Petroglyphen konnten bis heute nicht exakt festgestellt werden. Unbekannt ist auch, ob es sich um reine Symbole oder gar eine ganze Schrift handelt.
Um zu diesen Fundstellen zu gelangen, können die Urlauber bei einer Wanderung von etwa 40 Minuten die Landschaft genießen.


Der Archäologiepark bei der Höhle von Belmaco


Der Archäologiepark wurde um die prähistorische Höhle von Belmaco errichtet und zeigt die wohl älteste Fundstelle auf La Palma – die Funde werden auf ein Alter von etwa 4.000 Jahren datiert. In dem Park können Höhlenwohnungen und Felsbilder aus den Zeiten der Guanchen auf La Palma bewundert werden. Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden hier die ersten Felsgravuren der Kanaren entdeckt. Die Cueva de Belmaco und der Archäologiepark um die Höhle ist eine der etwa 50 Stellen auf La Palma, an der rätselhafte Petroglyphen gefunden wurden. Diese sind in Form symmetrischer Muster und in gegenständlichen Symbolen in die Felsen geritzt.
In dem kleinen Museum, das zu dem Park gehört, können die Besucher Fotografien diverser Funde und Modelle aus dem Leben der Ureinwohner La Palmas bewundern. Vom Museum aus führt ein Lehrpfad mit anschaulichen Darstellungen über das Leben und die Organisation der Ureinwohner zu der Cueva de Belmaco – diese ist heute kaum noch als Höhle erkennbar, sondern wirkt eher wie ein Überstand.  Es wird vermutet, dass die Haupthöhle und die Nebenhöhlen von Belmaco der Lagerung dienten und auch ihren Zweck bei Bestattungen erfüllten. Innerhalb der Höhle kann ein gemauerter Herd bewundert werden, der jüngeren Datums ist und vermutlich den Ziegenhirten als Versorgungsstätte gedient hatte. Der Pfad führt über 12 Stationen an verschiedenen Höhlen und Pflanzen vorbei. Es wird vermutet, dass die Guanchen diese als Lagerstätten nutzten und mit den Pflanzen ihre nachwachsenden Rohstoff- und Nahrungsmittel sicherten.